Chancengleichheit in Österreich
Durch uns.

Als alles am Anfang angekommen war
beschloss B. bedenkenlos Bilder zu bemalen.
Chice Chancen charakterisierten China,
doch dunkle Denkwürdigkeit darbte dahin.
Etwas erhörte ehrbar Ekelhaftes
für fünf Feger fand Fehlerhaftes Zeit.
Gut genug gerbte gelbliches Gold glanzloses Gras,
hätte hierhin Hass herabgefunden.
In immanenten Ideen identifizierte ich ihr
Jaulen: Jeder jagt jammernde Juristen.
Kurz konnten Kreuze kehrtmachen.
Lange losgelöst laufen, lachen, lieben.
Manchesmal machten manche Märchen
nur Nutzlosigkeit und nötigten neugierige Naturen.
Opale opferten Opern und Obelisken und
pure Plattfüßigkeit plätscherte polternd,
quakend wie quängelnde Quallen zur Quelle,
ruderte raunend rote Reste zum Regen.
Suchten Süchtige sich sicher im Salz, so
taten tosende Trauermärsche Tatsächliches.
Und umsonst unterhielten uns
vorderhand Verdächtige, versuchten Verfangene
willig Wesentliches zu wollen.
Zur Zeit der Zeitlosen zögerten zuviele Zahlreiche
durch uns.

eurEmel: Aus einer Zeit. Gedanken und andere Unwesentlichkeiten. 1995-2008


erstellt am: 9.9.2008 | geändert am: 9.9.2008

Verlorenes Federvieh.

Ein LKW biegt sein Brecheisen gerade krumm
Der Lärm der Kettensäge verstummt im Geräusch der schnatternden Mücken
Und schreibend klebt die Spitze der Feder am Fetzen Papier.

Sie kommt nicht los von der Lust die brennenden Stummel niederzuschreiben und haltlos rasend den Staub wegzustreichen, der mühevoll versucht sich in den Poren zu halten.

Das Kreischen der Stummen verhallt im Echo der Tauben und alles nimmt verzögert durch Verzerrtheit wie immer den Stab der Staffelnden. Gewinnen kann sie nicht bei diesem Ernst der verspielten Verluste. Tönend wie einfacher Applaus klatscht das Meer seine Unterschriften an die Grenzen und hofft nicht illegal angewiesen zu werden den Grund zu verlassen.

Die Spitze versucht weiterhin gerade Gedanken in klebrigen Sand zu setzen und fühlt, dass es misslingt.

Verdutzte Singer flattern fluchtartig durch gelbes Gehirn – sie sprechen andere Sprachen.

Die Spitze wäre gerne bereit das Los zu nehmen und auch den Becher zu leeren, um weiterschreiben zu können, doch niemand bietet einen Ort zum Weiterreisen.

Die vertrocknete Oase spendet frischen Wind und kühle, fast kühne Blitze zeichnen sich ins Silicon.

Aufatmen hat die Spitze schon verlernt.
Sie zieht weiterhin nur schwarze Schnörkel um sich, die bedeutungslos nach verstehen betteln.

eurEmel: Aus einer Zeit. Gedanken und andere Unwesentlichkeiten. 1995-2008


erstellt am: 9.9.2008 | geändert am: 9.9.2008

lachen und weinen

welche worte wollen wichtig weiterklingen
wabernd wie wollläuse waschen wir wirkliche witze
wieder widerwillig wollten wir watscheln wie wanderer
wolllüstig wuchten wir wahnsinnige wunschträume
was wird wohl werden, wenn wir winzig weitermachen.

eurEmel: Aus einer Zeit. Gedanken und andere Unwesentlichkeiten. 1995-2008


erstellt am: 14.12.2008 | geändert am: 14.12.2008

25.08. 03:35

Dunkle Gassen jagen an mir vorbei.
Im Schimmer der zuckenden Straßenlaternen sitzen Schwerverletzte in Nebelschwaden gehüllt. Sie atmen tief und keuchen erschöpft.

Ich manövrier‘ – einem Spießrutenlauf gleich – an ihnen vorbei. Im Zickzack versteh‘ ich, was ich will: hinein ins Blaugrün meiner Zukunft.

Noch liegt viel Stolperbares in dem langen Weg. Rotgelborange seh‘ ich mich vor mir laufen. Brennende Flocken fallen sanft auf meine Seele, erhellen mir den Pfad und verscheuchen die Verwundeten in die hinteren Kacheln. Plötzlich verziehen sich auch die Gassen in die Vergangenheit und ich komme mit einem hellen Sommerlachen auf einer riesigen Agora zum Stehen:
eine schneeweiße Gärtnerin macht sich gerade daran, ein farbenfrohes Labyrinth zu pflanzen.

eurEmel: Aus einer Zeit. Gedanken und andere Unwesentlichkeiten. 1995-2008


erstellt am: 9.9.2008 | geändert am: 9.9.2008

spät.

Ein sabbernder Sonnenstrahl spielt sich mit den tanzenden Regentropfen. Die violette Tür steht immer noch einen Spalt offen, aber niemand kommt, um zu sehen, dass schreiendes Licht dahinter verrückt wird. Die wuchtige Landschaft aus Geistesblitzen versinkt wie ein lecker Ozean im Teich der grünen Gedanken. Der pochende Wille etwas zu tun, spielt Stehaufmännchen und donnert zum zigten Mal gegen die unsichtbare Wand aus Faulheit & zu wenig Gefühl. Mit Sicherheit sucht die Sicherheit ein Versteck, um sicher zu gehen.

Die Stimme der Freiheit ruft heiser nach mehr Platz, doch die Zelle ist zu eng. Die staunenden Lacher aus der Nachbarstür verstummen vor Schreck: das kreischende Licht meldet sich endlich zu Wort. Niemand versteht was es sagt und doch kann jeder es fühlen.

Launig treibt ein Stück Vergangenheit quer über den grünen Sumpf.
Noch hat es nicht verstanden, dass es schon spät ist.

eurEmel: Aus einer Zeit. Gedanken und andere Unwesentlichkeiten. 1995-2008


erstellt am: 9.9.2008 | geändert am: 9.9.2008

stumm.

Stumme Stammeleien staunen der Welt vor
sie hätten was zu zerreissen.
Dringende Drängeleien drehen der Welt an
sie hätten was zu vertilgen.
Trauernde Trägheiten tapezieren die Welt voll
als hätten sie was zu trotzen.
Saugende Sinnlichkeit sehnt der Welt nach
als hätte sie was zu vergessen.
Denkendes Du drischt auf die Welt ein
als hätte ich was zu verlieren.

eurEmel: Aus einer Zeit. Gedanken und andere Unwesentlichkeiten. 1995-2008


erstellt am: 9.9.2008 | geändert am: 9.9.2008

Endlich alles gleich wie nie.

Beachtliche Wortmengen feiern feuchttraurige Feste im Labyrinth. Die Struktur streitet gerade belustigt mit der Märchenprinzessin, als das Prinzip hinzustößt, um seinerseits ein bisschen die Soße zu zuckern. Es geht in dieser Zankerei ums Nichts der einsamen Ewigkeit, die irgendwo in einem überfüllten Tanzpalast die Hände in den Sand steckt, um nach Trübsal zu graben.

Die Einsamkeit trifft endlich die Freiheit wieder und gemeinsam diskutieren sie blauen Dunst. Während ein beschwingter Luftikuss sich langsam der Sonnenuhr nähert, beginnt das Parkett die ersten Takte der Klagemauer zu flöten. Die Trauer tanzt Foxtrott mit der Lust. Beide tragen seit zwei Tagen Krücken um den Hals. Die Unterhaltung meint im Sand zu laufen, weil sie den Boden verloren hat, der ihr Begleiter sein wollte. Ein Comes sucht verzweifelt nach der Bemühung, die sich umsonst verliebt hat, weil die Hoffnung jetzt mit dem Mäuerchen schwanger geht: Vater, munkelt man, sei die Fremdheit.

Im großen Tisch trifft man sich, um zu verstehen.

Der Festredner Verstand lässt die Zeit im Schatten stehen, weil er auf das Warten wartet. Buch, Stift und Heuchler unterhalten sich indes über Becher, Wein und Vergnügen. Das Gerücht, das später zu den dreien stößt, erklärt wie gewöhnlich, dass das Vergnügen mit der Lust verschwunden sei, weil die Eifersucht sich zwischen die Mauer gestellt habe.

Alle lachen, worauf die Gespenster ihre Hüte an der Hand nehmen und schleunigst das Wasser hinter sich lassen. Die Zeit verrennt sich im Irrgarten, der seinerseits den Knotenpunkt sucht, um der Tangente zu beweisen, dass die Mitte an der Peripherie interessiert ist. Nachdem die Stunden gegangen sind, läutet der Strohmann die Nacht ein. Das Fest ist verschoben, weil das Morgen endlich die Eingangstür gefunden hat.

Die Worte packen die Koffer am Genick und reisen ab. Die Züge stehen geduldig am Hof und bedächtig versuchen die Passagiere ihre Waggons zu finden. Der Schaffner pfeift der Abfahrt nach – sie hat sich heute besonders schick gemacht. Immerhin trifft sie noch das charmante Rendez-Vous im Nachbarsumpf.

Die dampfenden Kohlen verwerfen die Anker und zischen lange Gedanken in das Ohr des Schotters. Endlich vorbeischnattern an den zerknitterten Alleen der Zukunftsträchtigkeit. Endlich die Heimat zurück ins Unbekannte fallen.

Endlich alles gleich wie nie.

eurEmel: Aus einer Zeit. Gedanken und andere Unwesentlichkeiten. 1995-2008


erstellt am: 9.9.2008 | geändert am: 9.9.2008

 
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